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Vitrine 128: Die Tiefsee

Die letzten weißen Flecken liegen unter Wasser

Jules Verne ließ Kapitän Nemo mit der Nautilus durch eine geheimnisvolle Unterwasserwelt reisen. Heute senden Tauchroboter Bilder aus der Tiefsee. Trotzdem kennen wir die Oberflächen von Mond und Mars genauer als weite Teile unseres Meeresbodens. Was wollen Expeditionen dort noch herausfinden?

Kartieren: Wie sieht der Meeresboden aus? Forschungsschiffe und Unterwasserfahrzeuge vermessen ihn mit Schallwellen. Aus deren Echo entstehen Karten von Gebirgen, Schluchten und Tiefseeebenen. 2026 waren erst 28,7 Prozent des Meeresbodens nach modernen Standards kartiert. Das internationale Projekt Seabed 2030 will die Lücken schließen.

Leben entdecken: Karten zeigen noch nicht, wer in der Tiefe lebt. Welche Tiere und Lebensräume werden wir dort kennenlernen? An heißen Quellen auf dem Meeresboden wurden bereits Lebensgemeinschaften entdeckt, die ohne Sonnenlicht auskommen.

Klima verstehen: Die Form des Meeresbodens beeinflusst, wie sich Wasser durch die Ozeane bewegt. Genauere Karten helfen deshalb auch, Meeresströmungen zu erforschen und Klimamodelle zu verbessern.

Grenzen erforschen: Wie tief können wir vordringen? Wie kann Leben unter enormem Druck und ohne Sonnenlicht bestehen? Die Antworten hängen auch davon ab, wie wir forschen. Auf bemannte Tauchfahrten folgten ferngesteuerte Roboter. Heute erkunden autonome Unterwasserfahrzeuge geplante Routen selbstständig und sammeln Bilder und Messdaten. Künftig könnte KI ihnen helfen, Tiere schon während der Fahrt im Videobild zu erkennen und zu verfolgen.

Die Expedition in die Tiefsee geht weiter – auch wenn Forschende nicht bei jeder Entdeckung selbst vor Ort sein müssen. Was werden ihre Fahrzeuge als Nächstes finden, und wie schützen wir das Leben, das wir noch kaum kennen?