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Vitrine 127: Edith

Höhenrekord in den Anden

Geröll, Vulkanasche, eisige Kälte und immer dünnere Luft: Diese Expedition führte nicht über ein Meer oder durch eine Wüste. Sie führte einen Vulkan hinauf – dorthin, wo zuvor noch kein Kraftfahrzeug gefahren war.

Am 2. Dezember 2023 erreichte Rennfahrer Romain Dumas mit dem Porsche 911 „Edith“ am Westgrat des Ojos del Salado in Chile 6.721 Meter über dem Meeresspiegel. Damit stellte das Team einen Höhenweltrekord für Kraftfahrzeuge auf. Bergführer, Bergsteiger, Fahrer und Ingenieure aus Chile, Frankreich, Deutschland, den USA, Kanada und der Schweiz arbeiteten für die Expedition zusammen. Die Menschen gewöhnten sich über zwei Wochen schrittweise an die Höhe und suchten einen befahrbaren Weg durch das schwierige Gelände.

Zwei stark umgebaute Porsche 911 gehörten zur Expedition: „Doris“ und „Edith“. Den Rekord erzielte Dumas mit der leichteren und wendigeren Edith. Beide Fahrzeuge basierten auf dem Porsche 911 Carrera 4S. Der 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 450 PS und das Siebengang-Schaltgetriebe blieben im Serienzustand. Porsche-Ingenieure aus Weissach und die Offroad-Spezialisten von RD Limited entwickelten die 911 für die Fahrt am Vulkan weiter.

Spezielle Achsen und große Geländeräder hoben die Fahrzeuge deutlich an: Zwischen Fahrzeugunterseite und Boden lagen 35 Zentimeter. So konnten die 911 größere Steine überfahren, ohne mit dem Unterboden aufzusetzen. Dieser wurde zusätzlich mit besonders widerstandsfähigem Material geschützt. Ein Überrollkäfig und Fünfpunktgurte schützten die Insassen.

Auch auf losem Geröll musste Edith lenkbar bleiben und Halt finden. Dabei halfen der Allradantrieb und das Fahrwerkssystem Warp Connector, das die Räder möglichst gut in Kontakt mit dem Boden hielt. Für besonders schwierige Passagen erhielt Edith außerdem Space Drive, ein von Schaeffler entwickeltes elektronisches Lenksystem. Beide Fahrzeuge fuhren mit in Chile hergestellten synthetischen Kraftstoffen, sogenannten eFuels. Unterstützt wurde die Expedition von HIF Global, Schaeffler, Mobil 1, BFGoodrich und TAG Heuer.

Was früher unmöglich schien, kann heute durch das Zusammenspiel von Erfahrung, Planung und Technik gelingen. Ediths Fahrt zeigt, wie weit eine Expedition in unserer Zeit führen kann – und wirft zugleich eine Frage für die Zukunft auf: Welche Grenzen werden wir als Nächstes überwinden, und welche Ideen bringen uns dorthin?